Lebendiger Schreibstil und ein frischer Twist auf die Boss-Romance-Formel
Fokus liegt stark auf Anziehung, weniger auf Handlungstiefe
„"Ich bin dein Chef. Ich sollte dich nicht so ansehen, als wärst du meine Beute."“
C. M. Spoerri entführt mit "Gabriel: Mein Boss, der Werwolf" in eine von Leidenschaft und Anziehung geprägte Welt urbaner Fantasy vor der Kulisse von New York. Im Zentrum steht die Geschichte von Roya und ihrem Chef Gabriel, der ein Geheimnis mit sich trägt, das weit über gewöhnliche Boss-Romance-Konflikte hinausgeht: Gabriel ist ein Werwolf, und sein Kampf gegen die eigene Begierde beginnt bereits bei der ersten Begegnung mit Roya.
In Rezensionen wird vor allem Spoerris lebendiger Schreibstil hervorgehoben: Die Handlung wird als spannend und mitreißend beschrieben, das Erzähltempo funktioniere gut, und Schauplätze wie Emotionen seien ausreichend detailliert geschildert, ohne die Leser:innen zu überfordern. Manche Stimmen zählen das Buch sogar zu den besten, die sie gelesen haben – vor allem, weil es der Autorin gelingt, die Gedankenwelt des Protagonisten so greifbar darzustellen, dass man als Leser:in unmittelbar mitfühlt und die Geschichte förmlich miterlebt.
Wichtig für die Einordnung: "Gabriel" lässt sich nicht als klassischer Slow Burn bezeichnen, da Gabriel bereits von der ersten Begegnung an offen gegen sein Verlangen ankämpft – die Spannung baut sich also nicht über ein langes Katz-und-Maus-Spiel auf, sondern ist von Beginn an spürbar präsent. Die intensivste Szene des Buchs entwickelt sich dabei allerdings über einen längeren Zeitraum, was dem Buch trotz der frühen Anziehung noch eine gewisse erzählerische Spannungskurve verleiht.
Nicht alle Leser:innen sind gleichermaßen begeistert. Manche empfanden Royas Entwicklung im Verlauf der Geschichte als zäh und die Handlung streckenweise als ermüdend. Kritischer fällt eine weitere Stimme aus, die dem Buch vorwirft, sich fast ausschließlich auf körperliche Anziehung zu konzentrieren, statt Handlung, Tiefe oder echte charakterliche Entwicklung in den Vordergrund zu stellen – teils in einer als recht derb empfundenen Sprache. Wer also primär auf einen komplexen Plot statt auf Chemie zwischen den Hauptfiguren aus ist, sollte diese Einschränkung im Hinterkopf behalten.
Insgesamt überwiegen aber die positiven Stimmen: Der Werwolf-Boss-Twist verleiht der klassischen Office-Romance-Formel eine paranormale Note, die dem Genre frischen Wind verleiht, ohne komplett auf vertraute Tropes wie Machtgefälle am Arbeitsplatz und verbotene Anziehung zu verzichten. Für Leser:innen, die urbane Fantasy mit spicy Boss Romance kombiniert haben wollen, bietet "Gabriel: Mein Boss, der Werwolf" genau diese Mischung – lebendig geschrieben, mit hoher Spice-Dichte und einem New-York-Setting, das der Geschichte zusätzlichen Glamour verleiht.
Wer bereit ist, sich auf eine schnelle Anziehung statt auf einen langen Slow Burn einzulassen und explizite Paranormal Romance mit klarem Fokus auf Chemie sucht, findet in C. M. Spoerris "Gabriel" ein kurzweiliges, intensives Lesevergnügen.
Machtgefälle am Arbeitsplatz, Paranormal-Elemente, explizite Szenen